Der russische Künstler Wassily Kandinsky wurde 1866 in Moskau geboren und entstammte einer wohlhabenden Teehändlerfamilie. Viele Kunstkritiker bezeichnen Kandinsky als Schöpfer des ersten abstrakten Bildes der Welt; als Wegbereiter der Abstraktion kann seine Bedeutung für die moderne Kunst kaum hoch genug eingeschätzt werden: Geometrische Elemente erhielten eine eigene Aussage, ebenso wie die Farben eine besondere, eigenständige Rolle zugeteilt bekamen.
1889 unternahm er eine Expedition in das nördliche Ural-Gebirge, um dort das Rechtssystem der Syrjanen zu studieren. Ihn faszinierten die mythischen, abstrakten Bemalungen der Trommeln dieses Urvolkes. Der Einfluss dieser Eindrücke ist in Kandinskys Frühwerk zu erkennen.
Nach einem Umzug nach München wohnte er ab 1908 im bayerischen Murnau, das er wegen seiner Lichtverhältnisse besonders schätzte, und wo er zahlreiche Landschaftsgemälde schuf. Bis zum Kriegsausbruch 1914 lebte er dort mit seiner Geliebten Gabriele Münter, die er bereits 1903 porträtiert hatte, in seinem Gemälde "Gabriele Münter beim Malen“.
Besonders geschätzt wird Kandinsky auch für seine Farbtheorie und seine Studien zur Parallelität zwischen Musik und Malerei, wobei es ihm um die Möglichkeiten ging, Farben zu hören und Klänge sehen zu können.
Der größte Teil seiner Werke befindet sich heute im Guggenheim-Museum in New York, darunter so bedeutende Stücke wie die Bilder „Im schwarzen Viereck“ und „Komposition 8“. Wassily Kandinsky starb am 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine in Frankreich.