Nicht umsonst gilt Picasso als einer der größten Künstler des letzten Jahrhunderts. Über 15.000 Kunstwerke in unterschiedlichsten Stilrichtungen und mit unterschiedlichsten Materialien hat er erschaffen, von der einfachen „Ein-Strich-Kinderzeichnung“ bis hin zu den teuersten Werken der Welt, wie dem Gemälde „Junge mit Pfeiffe“oder „Dora Maar mit Katze“. Keiner beeinflusste die folgenden Künstlergenerationen so nachhaltig und intensiv, niemand zeichnete gleichbleibend erfolgreich in so vielen verschiedenen Stilen und Schaffensphasen.
Der 1881 in Malaga (Südspanien) geborene Pablo Ruiz Picasso war als Sohn eines Malers schon mit 13 auf dem Niveau seines Vaters, besuchte verschiedene Kunsthochschulen, unter anderem in Madrid und Paris. Ab der Jahrhundertwende besuchte er regelmäßig Paris, wo er berühmte Kollegen wie Cézanne, Degas und Toulouse-Lautrec traf, die mit ihren impressionistischen Werken großen Einfluss auf Picasso nahmen und ihn zu Bildern inspirierten, die gesellschaftliche Außenseiter zeigten.
In seiner folgenden Schaffensphase, der „blauen Periode“, entsteht unter anderem das Bild Evokation – Das Begräbnis Casagenas, in dem er den Selbstmord eines Freundes verarbeitet. Dieses Werk bildet auch den Übergang zur sogenannten „Rosa Periode“. Im Vergleich zur von Melancholie geprägten Blauen Periode finden sich nun rosene Töne in seinen Werken. Besonders Gaukler, Seiltänzer und Harlekins zählen zu seinen Bildmotiven. Das 1905 entstandene Gemälde „Gauklerfamilie“ spiegelt Picassos Stil in dieser Schaffensphase wieder. Danach wendet sich Picasso dem Kubismus zu und erschafft mit dem sogenannten synthetischen Kubismus wiederum einen eigenen Stil, von geometrischen Formen und der Kunst der Naturvölker inspiriert.
In den 1920er und 30er Jahren konnte sich Picasso dank seines frühen Erfolges auch anderen Kunstrichtungen zuwenden. Das Hauptwerk seiner klassischen Periode ist die „Panflöte“ von 1923, in seinem Ferienort Antibes gemalt. 1924 malt er seinen dreijährigen Sohn „Paul als Harlekin“. Picasso kehrt aber in dieser Zeit auch zum kubistischen Stil zurück (z. B. in den „Drei Musikanten“), der unter Picassos Händen inzwischen selbst „klassisch“ geworden war. Er versuchte sich auch an Bildhauerei und Keramiken.
Verschiedene Frauen spielten in Picassos ereignissreichem Leben ein Rolle, z.B. die oft porträtierte Fotografin und Malerin Dora Maar; Desweiteren seine beiden Ehefrauen, die russische Tänzerin Olga Koklowa und die Französin Jacqueline Roque (von der Picasso mehr als 70 Portraits zeichnete!), außerdem hatte er uneheliche Kinder mit 2 anderen Frauen.
Weltweite Berühmtheit erhielten sein Antikriegsbild Guernica, dass die Bombadierung der gleichnamigen Stadt während des 2. Weltkrieges thematisiert, und die Friedenstaube, die er 1949 zur Pariser Weltfriedenskonferenz entwarf.
Seinen Lebensabend verbrachte Picasso in Südfrankreich, wo er sich auch ein eigenes Schloss kaufte. Sein Stil wird im Alter zunehmend linien- und skizzenhafter und er sagt selbst:
„Als ich im Alter dieser Kinder war, konnte ich zeichnen wie Raffael; aber ich brauchte ein Leben lang, um so zeichnen zu lernen wie sie.“
Picasso stirbt 1973 und wird auf dem Grundstück seines eigenen Schlosses beigesetzt, in dem nach seinem Tod unzählige bislang unveröffentlichte Werke Picassos entdeckt werden.